Die Abschreibung, steuerlich Absetzung für Abnutzung (AfA), verteilt die Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts über die Jahre seiner Nutzung. Statt die vollen Kosten im Jahr des Kaufs anzusetzen, ziehst du jedes Jahr nur einen Teil ab, nämlich den Wertverlust durch Nutzung und Alterung.
Warum wird abgeschrieben?
Hinter der Abschreibung steht ein einfacher Gedanke: Ein Laptop, eine Maschine oder ein Firmenwagen wird über mehrere Jahre genutzt und verliert dabei nach und nach an Wert. Steuerlich soll der Aufwand dort anfallen, wo auch der Nutzen entsteht. Deshalb wird der Kaufpreis nicht auf einmal, sondern periodengerecht über die Nutzungsdauer verteilt. Das ergibt ein realistischeres Bild deines Gewinns.
Wie funktioniert die lineare Abschreibung?
Die häufigste Methode ist die lineare Abschreibung. Dabei werden die Anschaffungskosten gleichmäßig auf die Jahre der Nutzungsdauer verteilt. Die Nutzungsdauer ergibt sich aus den amtlichen AfA-Tabellen, die für viele Wirtschaftsgüter eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgeben. Ein Computer wird über eine kurze, ein Firmengebäude über eine sehr lange Dauer abgeschrieben.
Praxisbeispiel
Ein vereinfachtes Beispiel: Du kaufst eine Maschine für 10.000 Euro netto mit einer Nutzungsdauer von fünf Jahren. Bei linearer Abschreibung setzt du jedes Jahr 2.000 Euro als Aufwand an. Über fünf Jahre ist die Maschine vollständig abgeschrieben, ihr Buchwert sinkt jährlich um 2.000 Euro.
Geringwertige Wirtschaftsgüter
Für günstige Anschaffungen gibt es eine Vereinfachung. Sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter dürfen unter bestimmten Wertgrenzen sofort im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben werden. Das spart die jahrelange Verteilung und vereinfacht die Buchhaltung deutlich.
Was passiert am Ende der Nutzungsdauer?
Ist ein Wirtschaftsgut vollständig abgeschrieben, steht es nur noch mit einem Erinnerungswert in den Büchern, solange es weiter genutzt wird. Verkaufst du es später, wird der Erlös dem Restbuchwert gegenübergestellt. Liegt der Verkaufspreis darüber, entsteht ein steuerpflichtiger Gewinn. Auch das ist ein Grund, das Anlagevermögen sauber zu führen.
Abschreibung in der Buchhaltung
Abschreibungen sind ein typischer Fall, bei dem laufende Buchhaltung und Steuerberatung ineinandergreifen. Die korrekte Erfassung der Anschaffung gehört zur vorbereitenden Buchhaltung, die steuerliche Festlegung von Methode und Nutzungsdauer trifft dein Steuerberater. In meiner Buchhaltungsunterstützung sorge ich dafür, dass deine Anschaffungen sauber erfasst sind.
Lineare oder degressive Abschreibung?
Neben der linearen gibt es zeitweise auch die degressive Abschreibung, bei der in den ersten Jahren höhere Beträge abgeschrieben werden. Ob sie zulässig ist, hängt von der jeweils geltenden Gesetzeslage ab, denn der Gesetzgeber führt sie immer wieder befristet ein und schafft sie wieder ab. Welche Methode für deine Anschaffung günstiger und erlaubt ist, klärst du am besten mit deinem Steuerberater. Wichtig für die Buchhaltung ist, dass die gewählte Methode konsequent fortgeführt und sauber dokumentiert wird.
Häufig gestellte Fragen zur Abschreibung
Was bedeutet AfA?
AfA steht für Absetzung für Abnutzung und ist der steuerrechtliche Begriff für die Abschreibung. Gemeint ist die Verteilung der Anschaffungskosten über die Nutzungsdauer.
Woher weiß ich die Nutzungsdauer?
Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ergibt sich aus den amtlichen AfA-Tabellen der Finanzverwaltung, die für die meisten Wirtschaftsgüter Vorgaben enthalten.
Was ist der Unterschied zwischen Abschreibung und Sofortabzug?
Bei der normalen Abschreibung verteilst du die Kosten über mehrere Jahre. Geringwertige Wirtschaftsgüter dürfen unter bestimmten Wertgrenzen sofort vollständig abgeschrieben werden.
Kann ich die Abschreibungsmethode später wechseln?
Ein Wechsel ist nur eingeschränkt möglich. In der Regel wird die einmal gewählte Methode über die gesamte Nutzungsdauer beibehalten. Änderungen solltest du mit dem Steuerberater abstimmen.
Weiterführende Informationen rund um Abschreibung: in Paragraf 7 EStG.
