Eigenkapital ist das Kapital, das dem Unternehmen selbst gehört – also die Mittel, die von den Eigentümern eingebracht oder als Gewinn im Unternehmen belassen wurden. Es steht dem Fremdkapital gegenüber, das von Banken oder Lieferanten geliehen ist. Eigenkapital ist ein wichtiger Maßstab für die finanzielle Stabilität.
Woraus besteht Eigenkapital?
Eigenkapital setzt sich aus Einlagen der Eigentümer und einbehaltenen Gewinnen (Rücklagen) zusammen. In der Bilanz steht es auf der Passivseite. Es zeigt, welcher Teil des Vermögens nicht durch Schulden, sondern aus eigenen Mitteln finanziert ist.
Eigenkapital vs. Fremdkapital
Eigenkapital muss nicht zurückgezahlt werden und kostet keine Zinsen, trägt aber das unternehmerische Risiko. Fremdkapital ist geliehen, muss verzinst und zurückgezahlt werden. Eine gesunde Mischung aus beidem ist entscheidend für die Stabilität.
Die Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme. Eine hohe Quote bedeutet finanzielle Unabhängigkeit und bessere Kreditwürdigkeit. Banken achten bei der Kreditvergabe stark auf diese Kennzahl.
Warum Eigenkapital wichtig ist
Eigenkapital ist ein Puffer für schlechte Zeiten und Verluste. Es verschafft Unabhängigkeit von Geldgebern und Spielraum für Investitionen. Wer über ausreichend Eigenkapital verfügt, steht Krisen gelassener gegenüber und verhandelt mit Banken aus einer stärkeren Position.
Praxisbeispiel: Eigenkapital stärkt die Verhandlung
Eine Gründerin braucht 50.000 Euro für neue Maschinen. Sie hat 20.000 Euro Eigenkapital angespart und benötigt 30.000 Euro als Kredit. Weil sie 40 Prozent aus eigenen Mitteln beisteuert, bewertet die Bank das Risiko als gering und gewährt günstige Konditionen. Eine Mitbewerberin ohne Eigenkapital müsste den vollen Betrag finanzieren, zahlt höhere Zinsen und erhält den Kredit womöglich gar nicht. Das Eigenkapital verschafft der Gründerin also nicht nur Sicherheit, sondern spart bares Geld bei der Finanzierung.
Eigenkapital aufbauen
Eigenkapital entsteht nicht von allein – du baust es auf, indem du Gewinne im Unternehmen belässt, statt sie vollständig zu entnehmen. Auch Einlagen aus privatem Vermögen erhöhen das Eigenkapital. Gerade in den ersten Jahren lohnt es sich, einen Teil des Gewinns als Rücklage zu behalten, um die Eigenkapitalquote zu stärken. Ein solides Eigenkapitalpolster verschafft dir nicht nur bessere Kreditkonditionen, sondern auch die Freiheit, Chancen zu nutzen und Krisen zu überstehen, ohne sofort auf Fremdkapital angewiesen zu sein.
Häufig gestellte Fragen zu Eigenkapital
Was ist Eigenkapital?
Das Kapital, das dem Unternehmen selbst gehört – aus Einlagen der Eigentümer und einbehaltenen Gewinnen.
Was ist der Unterschied zu Fremdkapital?
Eigenkapital gehört dem Unternehmen und muss nicht zurückgezahlt werden. Fremdkapital ist geliehen, verzinst und rückzahlbar.
Was ist die Eigenkapitalquote?
Das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme. Eine hohe Quote steht für Stabilität und bessere Kreditwürdigkeit.
Warum ist Eigenkapital wichtig?
Es ist ein Puffer für Verluste, verschafft Unabhängigkeit und verbessert die Konditionen bei Krediten.
Wie baue ich Eigenkapital auf?
Vor allem, indem du Gewinne im Unternehmen belässt statt sie zu entnehmen. Auch private Einlagen erhöhen das Eigenkapital.
Weiterführende Informationen rund um Eigenkapital: im Wikipedia-Artikel zu Eigenkapital.
