Der trügerische Kontostand: Warum ein Plus auf dem Konto kein echter Gewinn ist

Viele Selbstständige und Unternehmer*innen freuen sich über ein gut gefülltes Geschäftskonto. Doch der Schein trügt oft.** Liquidität ist nicht gleich Profitabilität.**

In diesem Beitrag erfährst du:

  • Warum dein Kontostand nichts über deinen Gewinn aussagt
  • Wie du erkennst, ob dein Business wirklich profitabel ist
  • Welche Tools und Strategien dir helfen, finanzielle Klarheit zu bekommen

1. Warum ein Plus auf dem Konto nicht gleich Gewinn ist

Dein Konto zeigt ein dickes Plus? Vorsicht: Das kann trügerisch sein! Hier sind die häufigsten Irrtümer:

Umsatz ist nicht gleich Gewinn

Einnahmen allein sagen nichts aus, wenn du nicht alle Kosten gegenrechnest.

Steuern und Rücklagen werden oft vergessen

Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Investitionen – alles Positionen, die deinen Kontostand reduzieren.

Zahlungseingänge verzerren das Bild

Gerade wurden viele Rechnungen beglichen? Das ist kein verlassbarer Durchschnittswert.

Beispiel:

Du hast 10.000 € auf dem Konto. Aber:

  • 3.000 € für Steuern
  • 4.000 € Fixkosten
  • 2.000 € offene Lieferantenrechnungen

→ Tatsächlich bleiben dir nur 1.000 €! Klingt anders, oder?


2. So erkennst du, ob dein Unternehmen profitabel ist

Gewinne berechnen

Ziehe ALLE Kosten von deinen Einnahmen ab. Auch Steuerrücklagen, Versicherungen, Investitionen.

Liquiditätsplanung führen

Eine Vorschau auf deine kommenden Einnahmen & Ausgaben zeigt dir, ob Engpässe drohen.

Private und geschäftliche Konten trennen

Nur so erkennst du die echte wirtschaftliche Lage deines Unternehmens.

Steuern einplanen

Plane Steuerrücklagen als monatliche Fixkosten ein, um spätere Überraschungen zu vermeiden.


3. Praxis-Tipps: Finanzielle Klarheit in 3 Schritten

1. Nutze eine Finanzübersicht

Eine monatliche Einnahmen-Ausgaben-Übersicht hilft, dein Business realistisch zu bewerten.

2. Plane Rücklagen als Fixkosten

Behandle Rücklagen für Steuern, Versicherungen und Investitionen wie Miete oder Strom.

3. Arbeite digital

Ein Buchhaltungstool bringt Transparenz in deine Zahlenwelt. Automatische Reports sparen Zeit und geben dir Kontrolle.


Fazit: Gewinne erkennen, statt vom Kontostand täuschen zu lassen

Ein voller Kontostand sieht gut aus – ist aber kein Indikator für echten Erfolg. Nur wer seine Zahlen versteht und strategisch plant, führt ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen.

Frage an dich:
Weißt du, wie profitabel dein Business wirklich ist?

Birgit Heindel
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Der Jahresabschluss gehört für viele Selbstständige zu den unbeliebten Aufgaben – dabei ist er eine große Chance: für Ordnung, Strategie und ein gutes Gefühl im Business. Wer seine Zahlen kennt und strukturiert vorgeht, spart nicht nur Nerven, sondern auch bares Geld.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du deinen Jahresabschluss stressfrei vorbereitest – ob mit Steuerberater:in oder auf eigene Faust. Außerdem verlinke ich dir weiterführende Beiträge zu passenden Themen wie Inventur, Finanzroutinen und Rücklagen.


Warum ist der Jahresabschluss so wichtig?

Der Jahresabschluss zeigt dir, wie dein Business finanziell wirklich dasteht. Er bildet die Grundlage für:

  • die Steuererklärung

  • deine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)

  • wichtige Entscheidungen fürs nächste Jahr

Außerdem ist er oft Voraussetzung für Kredite, Investitionen oder Förderungen. Je besser dein Abschluss vorbereitet ist, desto professioneller trittst du nach außen auf – und desto leichter fällt dir die strategische Planung.


1. Unterlagen sammeln & strukturieren

Eine gute Vorbereitung beginnt mit einer sauberen Ablage. Checkliste:

  • Eingangs- und Ausgangsrechnungen

  • Belege zu Betriebsausgaben (auch digitale)

  • Kontoauszüge, Kassenbuch, PayPal

  • Fahrtenbuch (falls du eins führst)

  • Abschreibungsverzeichnis

  • Privateinlagen und -entnahmen

Tipp: Nutze einen festen Finanztag pro Woche, um Belege laufend zu sortieren. Wie das geht, liest du hier im Beitrag über Finanzroutinen zum Jahreswechsel. Finanzroutinen zum Jahreswechsel


2. Inventur durchführen (wenn nötig)

Wenn du bilanzierungspflichtig bist, gehört auch eine Inventur zum Jahresabschluss. Dabei erfasst du alle Bestände zum 31.12. – und zwar vollständig, nachvollziehbar und dokumentiert.

Warum das nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Chance ist, erkläre ich dir im Beitrag: Inventur – Lästige Aufgabe oder wertvolles Business-Tool?


3. Einnahmen & Ausgaben prüfen

Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, deine Zahlen unter die Lupe zu nehmen:

  • Stimmt die Buchhaltung mit deinen Kontoauszügen überein?

  • Gibt es doppelte Buchungen oder fehlende Belege?

  • Sind deine Reisekosten korrekt erfasst?

  • Passen deine Umsatzsteuervoranmeldungen zum Jahreswert?

Fehler in der Buchhaltung können teuer werden – je früher du sie erkennst, desto besser.


4. Rücklagen checken & abschließen

Wie gut bist du für Steuern und Investitionen vorbereitet? Prüfe, ob deine Rücklagen für Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Betriebsausgaben ausreichen – und passe sie ggf. an.

Wie du Rücklagen klug planst und finanzielle Engpässe vermeidest, zeige ich dir hier: Finanzroutinen zum Jahreswechsel

Ein weiterer Tipp: Schließe deine Rücklagenkonten für 2026 bewusst ab – mit einem „Kassensturz“, der dir zeigt, was möglich war und wo du optimieren kannst.


5. Offene Posten klären

Vor dem Jahreswechsel lohnt sich ein Blick auf deine offenen Forderungen und Verbindlichkeiten:

  • Welche Rechnungen wurden noch nicht bezahlt?

  • Gibt es Mahnungen oder offene Gutschriften?

  • Stehen noch Honorare oder Boni aus?

Tipp: Sende rechtzeitig Zahlungserinnerungen raus – oder plane Abschreibungen, falls Forderungen uneinbringlich sind.


6. Steuerberater:in vorbereiten

Wenn du mit einem Steuerbüro arbeitest, ist jetzt der beste Zeitpunkt für Abstimmung:

  • Übergib deine Unterlagen digital und vollständig

  • Kläre Sonderfragen (z. B. Investitionsabzugsbetrag, Abschreibungen)

  • Vereinbare rechtzeitig Termine für die Abgabe

Gut vorbereitet sparst du hier oft bares Geld – weil dein Steuerbüro effizient arbeiten kann.


7. Jahresrückblick & Ausblick

Der Jahresabschluss ist nicht nur Zahlensache – er ist auch ein Moment zum Innehalten:

  • Was lief gut im vergangenen Jahr?

  • Wo gab es Herausforderungen?

  • Welche Ziele hast du fürs neue Jahr?

Mach den Jahreswechsel zu deinem strategischen Startpunkt: Mit klaren Zielen, realistischen Budgets und dem Wissen, dass du deine Zahlen im Griff hast.


Fazit: Jahresabschluss mit Struktur statt Stress

Der Jahresabschluss muss kein bürokratischer Kraftakt sein. Mit klarer Vorbereitung, festen Routinen und dem richtigen Mindset wird er zum wertvollen Tool – für Wachstum, Sicherheit und Klarheit.

Wenn du dabei Unterstützung brauchst: Ich helfe dir gern – mit einem Blick auf deine Buchhaltung, einer strukturierten Finanzberatung oder als Sparringspartnerin für deinen Jahreswechsel.